Abnehmen – Ökologiecheck für Signalarbeit und Erlaubnis

Folgende Fragen sind sinnvoll, wenn ein Klient ein Signal nennt, beispielsweise ein Schmerz oder ein Gedanke, der immer wieder auftaucht.

  • Wann ist das Signal/Symptom zuerst aufgetaucht?
  • Was war damals Besonderes in Ihrem Leben, z.B. Stress, Verlust, …?
  • Wofür war das Auftauchen des Symptoms damals gut?

  • Gab es Zeiten, wo das Symptom sich nicht gemeldet hat?
  • Was war der Unterschied?
  • Was ist, wenn das Symptom nicht mehr da ist?
  • Was können Sie dann gut?
  • Was können Sie dann nicht mehr so gut?
  • Was müssten Sie tun / lernen / verändern, damit das Symptom nicht mehr da sein muss?
  • Was müssten Sie dann vielleicht wieder tun?
  • Wofür war das Symptom gut in Ihrem Leben?
  • Haben Sie die Erlaubnis, Ihr Ziel erreichen zu dürfen?

Als Beispiele für Signale wähle ich Übergewicht und Bulimie. Die Signalarbeit lässt sich aber auf viele andere Themen und Ziele übertragen.

Beispiel 1 – Abnehmen – Ökologiefragen

Eine Klientin probierte schon seit Jahren durch verschiedene Diäten abzunehmen bzw. ihr Wunschgewicht zu erreichen. Dieses Ziel konnte sie jedoch jedes mal nicht halten, sondern es kam zum „Jojoeffekt“ und sie hatte ihr altes verhasstes Übergewicht zurück.

Ökologiefrage: Welcher sekundärer Gewinn liegt dahinter bzw. welche negative Auswirken gibt es bei der Zielerreichung?

„Ihr Ziel ist es, Ihr Übergewicht loszuwerden bzw. Ihr Wunschgewicht zu haben, was passiert mit Ihnen und Ihrem Leben, wenn Sie Ihr Übergewicht nicht mehr haben?“ Oder anders herum gefragt: „Welche negativen Auswirkungen können auftauchen, wenn Sie Ihr Wunschgewicht erreicht haben?“
Bei ihr tauchten mehrere negative Konsequenzen auf:
1. „Ich esse Schokolade und Süßes mit Heißhunger, um mit dem Übermaß an Stress im Job fertig zu werden. Wie soll das ohne Süßes gehen?“
2. „Mein Mann mag mich so wie ich gerade bin, er könnte mich dann nicht mehr so attraktiv finden.“
3. „Kein Spaß mehr im Leben, da ich mich strikt an einen Diätplan halten und Sport machen muss.“
4. „Und ich wüsste nicht, wie ich mit erotischen Angeboten von Kollegen oder Freunden umgehen soll.“
5. „Ich bin so voller Wut auf meinen Chef und Kollegen, dass ich platzen könnte. Mein „dickes Fell“ schützt mich davor.

Lernfrage: Was müssten Sie tun / lernen / verändern, damit die negativen Auswirken nicht eintreten?
Zu 1: Stress reduzieren, Nein sagen lernen, weniger perfekt sein müssen.
Zu 2: Mit dem Mann sprechen, die eigene Befürchtung überprüfen, ob es wirklich so ist.
Zu 3: Diese Überzeugung verändern, in dem andere Beispielfälle und Vorbilder gefunden werden, die ein Wunschgewicht haben, ohne etwas dafür zu tun.
Zu 4: Nein sagen lernen, für sich zu wissen, wie man auf einen Flirt angemessen reagieren kann.
Zu 5: Systemgesetzverletzungen mit dem Chef und den Kollegen auflösen. Evtl. vorher durch die Ahnenarbeit dafür sorgen, ausgeglichen kraftvoll und voller Selbstvertrauen zu sein.

Die Punkte „Nein sagen lernen“ oder „weniger perfekt sein müssen“ oder „Selbstvertrauen“ sind Coachingthemen, die z.B. durch Neuprägung oder Ahnenarbeit bearbeitet werden können.

Solange die sekundären Gewinne bzw. negativen Auswirkungen nicht alle gefunden und auf eine andere Art und Weise sichergestellt werden, taucht entweder das alte Thema wieder auf (man landet wieder bei seinem Übergewicht) oder ein anderes Thema, beispielsweise eine andere Sucht, tritt an die Stelle des alten Themas.

Selbst wenn alle Ökologiethemen, d.h. alle sekundären Gewinne auf eine andere und bessere Art und Weise sichergestellt werden, kommt es vor, dass das Ziel trotzdem nicht erreicht werden kann.

Abnehmen – Erlaubnis als weitere wichtige Voraussetzung

Beispiel 2 – Abnehmen: Ein Klient hatte alle negativen Auswirkungen aufgedeckt und bearbeitet. Trotzdem konnte er sich durch sein verändertes Verhalten wie mehr Sport oder auf seine Ernährung zu achten, nicht seinem Ziel nähern.
In einem solchen Fall ist es sinnvoll, die Erlaubnisfrage zu stellen.

Erlaubnisfrage: Haben Sie für sich gefühlt die Erlaubnis, ihr Ziel erreichen zu dürfen?
Haben Sie gefühlt von Ihren Vorfahren, d.h. von Ihren Eltern und den beiden Großelternpaaren die Erlaubnis, Ihr Ziel erreichen zu dürfen?
Und können Sie diese Erlaubnis annehmen?

Die Erlaubnis der Vorfahren ist oft dann nicht gegeben bzw. kann nicht angenommen werden, wenn bei den Vorfahren tiefe Verletzungen wie Leid, Trauer, Angst oder Wut entstanden sind und diese von ihnen nicht abgearbeitet wurde. Dann kommt es vor, dass ein Nachfahr diese Emotionen und dahinter liegenden Themen auf sich nimmt.

In diesem Fall hatte der Großvater, als er in Stalingrad war, viel Leid und Angst und Hunger erlebt. Er hatte überlebt, wäre aber fast verhungert. Diese Angst vorm Verhungern hat sein Enkel unbewusst übernommen, deshalb musste er immer vorsorglich zu viel essen.  (In anderen Fällen ging es um Verhungern auf der Flucht oder weil in der Familie nicht darauf geachtet wurde, dass jeder am Tisch genügend bekam usw.)
Diese Angst konnte der Klient dem Großvater zurückgeben.

Danach konnte er sein Ziel erreichen und abnehmen.

Beispiel 3 – Bulimie: Eine Klientin hatte das Ziel, ihre Bulimie los zu werden. Auch hier wurden alle negativen Auswirkungen aufgedeckt und bearbeitet. Trotzdem konnte sie sich ihrem Ziel nicht nähern.
In einem solchen Fall ist es sinnvoll, die Erlaubnisfrage zu stellen.

Erlaubnisfrage: Haben Sie für sich gefühlt die Erlaubnis, ihr Ziel erreichen zu dürfen?
Haben Sie gefühlt von Ihren Vorfahren, d.h. von Ihren Eltern und den beiden Großelternpaaren die Erlaubnis, Ihr Ziel erreichen zu dürfen?
Und können Sie diese Erlaubnis annehmen?

In ihrem Fall war ihre Großmutter auf der Flucht im Krieg verhungert. Ihre fehlende Erlaubnis bestand darin, dass sie aus unbewusster Loyalität der Großmutter gegenüber, dass gleiche Schicksal wie die Großmutter erleiden zu müssen, damit es der Großmutter besser geht, so handelte. Da es unbewusst war, konnte sie es vorher nicht auflösen.

Sie hatte dann das Gefühl, dass ihre Großmutter nicht will, dass ihre Enkeltochter hungert, sondern dass sie gut leben soll, aus Liebe zu ihr. Diese Erlaubnis konnte die Klientin annehmen. Gleichzeitig wurde im Coaching und der Ahnenarbeit noch viel Trauer und Wut bearbeitet.

Beispiel 4 – Bulimie: Oder ein Vorfahr ist dafür verantwortlich, dass jemand verhungert ist z.B. im KZ, so kann es dafür stehen, dass dieses aufgedeckt wird und der Vorfahr dafür die Verantwortung übernimmt. D.h. das Enkelkind erhält dieses Symptom und die fehlende Erlaubnis als Signal, dass bei den Vorfahren und durch die Vorfahren noch Dinge zu klären sind, damit Wut, Angst, Trauer oder Leid aufgelöst wird.

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