Angst – Ursachen und Lösung

Angst

Ängste entstehen auf zwei verschiedenen Gefühlsebenen

Angst – Ursachen und Lösung auf der Denk- oder Basisgefühlsebene

Auf zwei verschiedenen Gefühlsebenen entstehen Ängste. Die eine Gefühlsebene nenne ich Denkgefühl, da sie durch mein Denken erzeugt wird. Die andere Ebene bezeichne ich als Basisgefühl, welche unabhängig vom Denken ist.

Ist die alleinige Ursache für Angst das Denken mit dem entsprechendem Angstgefühl auf der Denkgefühlsebene, so lässt sich diese Angst durch ein verändertes Denken oder Handeln verändern.

Beispiel: Ich denke, morgen wird ein schlechter Tag, was mir Angst macht, so kann ich durch das Betrachten, wie ich zu diesen Gedanken oder Interpretationen gekommen bin, meine Gedanken verändern und dadurch auch das Angstgefühl.

Vorgehen, wenn das Denken / Denkgefühl die Ursache ist: – Interpretation verändern, Verhaltenstherapie 

Ist die Ursache der Angst nicht mein Denken sondern es ist ein Basisgefühl, so lässt sich diese Angst nicht durch die Methoden auflösen, die mein Verhalten oder Denken verändern.

Beispiel: Bindungsangst. Eine Person verliebt sich und plötzlich kommt eine Angst hoch, die diese Person aus diese Beziehung treibt. Das Denken kann es nicht verstehen, es gibt auch keine sachlichen Gründe wie Streit etc. Es ist, als sei die Person fremdgesteuert. Diese Bindungsangst ist ein Basisgefühl, welches durch eine Systemgesetzverletzung bei der Person oder seinen Vorfahren entstanden ist. (Beispielsweise ein Vorfahr hat eine geliebte Person verloren)

Vorgehen, wenn die Ursache auf der Basisgefühlsebene liegt: Dazu verwenden wir die Genea-Methode (innere Aufstellung der Vorfahren und Auflösen der vorhandenen Systemgesetzverletzungen) und die Empowering-Methode. Damit werden die Systemgesetzverletzungen, die Ursache für die Angst sind, aufgelöst.

Es ist auf dem ersten Blick nicht sichtbar, ob eine Angst durch das Denken entstanden ist, ob es eine negative Prägung oder eine übernommene Angst von den Vorfahren ist. Die Gefühle, die zur Angst gehören, können sich bei allen drei Ursachen gleich anfühlen. Erst wenn die Ursache gesucht und gefunden wird, lässt sich diese Angst mit den jeweiligen Methoden auflösen.

Beispiel: Jemand hat Prüfungsangst

  1. Ursache kann sein, dass er nicht genügend gelernt hat oder ihm aus einem anderem Grunde die Ressourcen dazu fehlen, die Prüfung zu bestehen. Dann ist diese Angst berechtigt und kann als Signal betrachtet werden, dass mehr Ressourcen gebraucht werden oder dass noch mehr gelernt muss.
  2. Ursache kann sein, dass er eine negative Prägung in sich trägt, d.h. hat mal eine Prüfung nicht bestanden und sich sehr schlecht gefühlt oder mit seinen Eltern deshalb Ärger bekommen. Wurde diese Prägung nicht neugeprägt (s. Empowering-Methode), so wirkt diese Angst weiter.
  3. Ursache kann sein, dass das bestehen der Prüfung eine negative Konsequenz nach sich zieht. (Ökologie / Systemcheck). Führt das Bestehen der Prüfung dazu, dass diese Person dann die Stadt verlassen muss, um den guten Job annehmen zu können, aber die Partnerin zurück bleibt, so kann dieses Angst machen und für das Scheitern bei der Prüfung sorgen.
  4. Ursache kann sein, dass die Erlaubnis von den Vorfahren nicht vorliegt. Führt das Bestehen der Prüfung dazu, dass er sich dann nicht mehr zugehörig zu den Eltern fühlt beziehungsweise abgelehnt wird (Eltern sind Arbeiter versus Doktorprüfung), so kann dass ein Scheitern nach sich ziehen.
  5. Ursache kann sein, dass die Person sich loyal den Vorfahren gegenüber fühlt. Durfte die Mutter oder der Vater nicht studieren oder ihren Traumjob ergreifen und dem Kind ist es nun ermöglicht worden, so kann die unbewusste Loyalität dazu führen, dass das Kind sich nicht die Erlaubnis dazu gibt, diesen Weg gehen zu dürfen. Es muss das gleiche Leid wie seine Vorfahren erleiden. Auch dieses führt zur Prüfungsangst.

Sie sehen, wie vielfältig die Ursachen sein können, die hinter einer Angst liegen können. Unsere Aufgabe besteht darin, die Ursachen ausfindig zu machen, um sie dann aufzulösen.

Hier eine Liste von verschiedenen Ängsten, die in unsere Arbeit als Coach aufgelöst wurden:

Prüfungsangst
Angst, eine Aufgabe nicht erfüllen zu können (AVKK)
Furcht

Schatten (Ich darf nie …)

Phobien

Existenzangst
Angst vorm Verlassen werden /Bindungsangst /Beziehungsangst
Angst vor Ausschluss (Mobbing)
Angst vor einer neuen Verletzung
Angst vorm Sterben
Angst vorm Tod (Nachfolgedynamik in den Tod)
Angst vor Krankheit
Angst vorm Fliegen

Angst vor der Angst

u.a.

Systemgesetzverletzungen erzeugen Angst

Was passiert bei einer Systemgesetzverletzung mit dem Menschen?

Wird jemand ausgeschlossen, nicht respektiert, ist es ungerecht oder einer drängelt sich vor, so gibt es einen Ablauf von vier Schritten, der bei dem Verletzten passiert.

1. Basisgefühle I: Zuerst entsteht ein verletztes Basisgefühl I. Typische Beschreibungen von verletzten Basisgefühlen sind Bauchweh, Muskeln spannen sich an, weiche Knie, Zittern, Druck im Magen, heiß, kalt, Tränen schießen in die Augen, Zittern, Herzklopfen, Angst, Trauer etc. …

Je nach Stärke der Verletzung sind diese Gefühle stärker oder schwächer. Fast jeder kennt ein nicht so starkes Gefühl, wenn sich jemand im Straßenverkehr vordrängelt.

2. Basisgefühle II: Kurz danach (oft nur eine Sekunde später) entsteht das Basisgefühl II, nämlich Ärger oder Wut.

3. Denken: Erst nachdem die Basisgefühle entstanden sind, fängt die Person an, über die Verletzung nachzudenken. Es wird interpretiert und geschlussfolgert, je nachdem, welche „Brille“ die Person schon trägt.

4. Denkgefühle: Dieses Nachdenken und Interpretieren erzeugt ein Gefühl, welches ich Denkgefühl nenne. Es steht in direkter Wechselwirkung zum Denken. Diese Denkgefühle werden oft folgendermaßen beschrieben: Ich fühle mich übergangen, nicht respektiert, es ist ungerecht …

angstDenken und Denkgefühle – die Interpretationsschleife/„Brille“

Die Interpretationsschleife ist ein Erklärungsmodell dafür, wie eine Kommunikation oft abläuft, und welche inneren Dynamiken und Rückkopplungsschleifen auftreten können. Treten Systemgesetzverletzungen auf, so ist diese Interpretationsschleife intensiver.

angstWeitere Folgen einer Systemgesetzverletzung

Wird die erfolgte Systemgesetzverletzung, also das Basisgefühl I von Leid, Trauer, Angst und das Basisgefühl II wie Wut nicht aufgelöst, so führt dieses normalerweise dazu, dass das Denken dazu benutzt wird, diese Basisgefühle zu unterdrücken. Meistens erfolgt auch eine Zurückverletzung an den Verursacher der ersten Verletzung. Wir schauen uns hier jedoch erst an, was mit der Herz- und Schwertseite und der Stärke der verletzten Person passiert, wenn es keine sofortige Klärung der Verletzung bzw. des Konfliktes gibt.

Je nachdem, wie ein Mensch bewusst oder unbewusst damit umgeht, führt die Systemgesetzverletzung dazu, dass er entweder zu hart + – oder zu weich – + wird. Beides kann zu Krankheiten, Burnout, Demotivation, Sucht, ja sogar Amoklauf und Selbstmord führen.

 Basisgefühl I abdeckeln/einfrieren: Die einen legen einen „Deckel“ auf ihre Gefühle und trennen sich von ihren Emotionen, ihrem Leid, Trauer, Angst ab. Das kann sich darin zeigen, dass sie sehr gut im logischen Denken und viel im Kopfkino sind oder alkoholsüchtig werden. Die eingefrorene Energie wird jedoch immer wieder durch aggressives Verhalten sichtbar.

 Basisgefühl II abdeckeln/einfrieren: Die anderen legen einen „Deckel“ auf ihre eingefrorenen Aggressionen. Das kann sich darin zeigen, dass sie jedem Konflikt aus dem Weg gehen, fortdauernd trauern, ängstlich werden oder sich klein und leidend geben. Wenn das Fass überläuft und das Unterdrücken der Wut nicht mehr möglich ist, zeigt sich die eingefrorene Energie in einem Wutausbruch, so dass alle Anwesenden überrascht sind. Diese Menschen werden dann oft als Choleriker tituliert.Angst

Verhaltenswechsel zwischen „zu weich“ und „zu hart“

Die Beschreibungen „zu weich“ und „zu hart“ sind keine Identitäts- oder Charakterbeschreibungen, sondern drücken aus, wie das Verhalten sichtbar wird. Das wird daran deutlich, dass eine Person, die ihre Wut unterdrückt (sich zu weich verhält) dennoch mal explodieren kann und ihre Wut herauslässt. Sie hat es nicht mehr geschafft, den Deckel auf ihre Wut zu halten. Danach fällt sie wieder ins alte, zu weiche Verhalten zurück und fühlt sich oft sogar schlecht, sich so wütend und über das Ziel hinausschießend verhalten zu haben.

Nachhaltigkeit – Gefühlsarbeit mit dem Basisgefühl und dem DenkgefühlAngstUm nachhaltig Veränderungen und Ziele zu erreichen, ist es entscheidend, die Ursachen zu finden und diese aufzulösen. Sind die Ursachen bei den Vorfahren und deren Systemgesetzverletzungen und bei selbsterlebten Systemgesetzverletzungen zu finden, so speichern sich diese als Basisgefühle wie Angst ab. Das Denken und die daraus entstehenden Denkgefühle können diese Verletzungen durch ein Umdenken oder Vergeben, Verzeihen und Versöhnen nicht auflösen. Die Ursache ist nämlich nicht das Denken, sondern die erlebten ungelösten Systemgesetzverletzungen.

Deshalb wird in der Genea- und Empowering-Methode mit den Basisgefühlen gearbeitet. Auch wird das Denken genutzt, indem beispielsweise die Großeltern als Paar angeschaut werden oder ein Erlebnis mit einem neuen Verhalten angesehen wird. Dieses erzeugt neue Denkgefühle. Jedoch reicht das nicht aus. Deshalb wird immer der Abgleich zwischen dem Basisgefühl und dem Denkgefühl vorgenommen. Nur wenn es sich stimmig anfühlt, kann eine nachhaltige Veränderung stattfinden. Ist es nicht stimmig, kann es sich trotzdem kurzzeitig besser anfühlen als vorher. Es ist jedoch nicht nachhaltig, da nicht die Ursachen bearbeitet wurden. Es ist dann so wie bei der Entscheidung, etwas zu kaufen und es hinterher zu bereuen.

Hier nun ein paar Beispiele, welche Ängste durch ungelöste Systemgesetzverletzungen bei den Vorfahren auf den Nachfahren übergegangen sind, wie sie aufzulösen sind.

Ursache der Angst liegt bei den Vorfahren

Ängste (einschränkende Gefühle) zurückgeben

Hat ein Vorfahre etwas Schreckliches erlebt (Systemgesetzverletzung), ging es z. B. um sein Leben (nach einem Bombentreffer stürzte das Haus ein und unten im Keller wurde er verschüttet, konnte sich aber befreien) oder ein Elternteil starb, als er noch jung war, so kann dieser Verlust zur Verlassenheitsangst führen. Solche nicht bearbeiteten Gefühle können auch an die Kinder oder Enkel weitergegeben werden. Sie treten immer mal wieder auf, ohne ersichtlichen sachlichen Grund, weshalb man sie auch nicht bewusst erklären kann.

Z. B. führt die Verlassenheitsangst oft dazu, dass die Person keine engen Bindungen eingeht, denn es gilt: Lieber verlasse ich dich vorbeugend, als dass ich verlassen werden kann. Im umgekehrten Fall kann sie starkes Heimweh haben, da sie die ganze Zeit z. B. die Eltern im Blick haben will, weil sie dann nicht verlassen werden kann.

Die Todesangst vom obigen Beispiel kann sich darin zeigen, dass die Person nicht in einem Zelt übernachten kann oder z. B. Angst vorm Fliegen oder vorm Fahrstuhl fahren hat. Es handelt sich jeweils um enge Räume und Hilflosigkeit.

Zum Auflösen dieser Ängste wird geschaut, aus welcher Ahnenreihe diese Gefühle kommen. Dann wird das Format „Kräfte der Ahnen“ durchgeführt. Ist der Betroffene, der diesen Angstauslöser erlebt hat, kraftvoll (+ +) und hat dazu seine Eltern hinter sich stehen, so kann er die Angst selber tragen und sie vom Nachfahren zurücknehmen. „Ich bin jetzt stark, es ist meine Angst, ich kann sie selber tragen, bitte gib sie mir jetzt zurück!“ Gibt es noch Wut, Trauer usw. so soll er diese Energie an die Verursacher z. B. Kriegsverursacher, oder Verursacher für den Tod seines Vorfahren zurückgeben.

Ist er nun wirklich kraftvoll, so geben die Nachfahren gerne diese Angst zurück und sind nun frei davon.

Beispiel: Angst als Last

Ein Großvater hatte im Krieg Todes- oder Verlassenheitsangst. Diese Angst hat der Enkel als Last übernommen. Er hat selbst kein prägendes Erlebnis in seiner Geschichte, in der diese Angst entstanden sein kann. Auch haben seine Eltern ihm keine Angst vorgelebt. Wird der Großvater wieder ausgeglichen kraftvoll und die Großeltern und die Eltern werden starke Paare, dann nimmt der Großvater die Last von seinem Enkel zurück. „Gib mir die Last, die du für mich getragen hast. Sie gehört zu mir.“ Wenn der Enkel die Last auch loslassen kann, so tritt bei ihm eine Erleichterung und Entspannung ein. Meistens kommt dann kurz danach Wut beim Enkel hoch, dass er unter dieser Last leiden musste. Dieses Leid kann der Großvater ebenfalls anerkennen und die dazugehörige Wut zurücknehmen. „Ich sehe dein Leid, was durch diese Last entstanden ist, und ich nehme die dazugehörige Wut zurück.“ Und er behält von dieser Wut nur seinen Anteil und sorgt dafür, dass die weiteren Verursacher jeweils ihren Anteil der Wut nehmen.

Beispiel: Angst nicht als Last übernommen, sondern durch eine Prägung entstanden

Angst ist dann keine Last, wenn sie selbst durch ein prägendes Erlebnis entstanden ist. Ist beispielsweise der Vater gestorben, so kann daraus eine Verlassenheitsangst entstehen. Das Auflösen dieser Angst besteht darin, dass die Vorfahren alle ausgeglichen kraftvoll sind, es überprüft wird, wer oder was der Verursacher für den Tod des Vaters war (Unfallverursacher, Krankheit, Nachfolgedynamik?) und dieses ebenfalls abgearbeitet wird. Dann sieht der Vater das Leid beim Sohn, nimmt die Wut von seinem Sohn und sie können gemeinsam traurig sein. Da die Angst in der Prägung entstanden war, ist es keine Last und kann somit auch nicht vom Vater zurückgenommen werden.

Trauer versus Traurig-Sein und Angst versus ängstlich sein

Um Wut zu deckeln, also nicht auszuleben bzw. ausleben zu können, gehen oft Menschen in die Trauer. Sie trauern und trauern und es ändert sich nicht wirklich etwas an dieser Trauer. In diesem Fall geht es darum, dass der Verursacher die Wut über diese Trauer zurücknimmt. (Die Person, die trauert, sagt dann: „Ich bin wütend darüber, so eine Trauer zu haben.“) Löst sich dadurch ein Teil der Wut, so entsteht ein neues Gefühl, dass des Traurig-Seins. Es fühlt sich ruhiger an. Beide Personen können dann traurig sein, zusammen weinen oder gemeinsam sagen: „Schade“. Dieses Traurig-Sein mit der anderen Person löst sich dann auf und es entsteht ein anderes Gefühl wie Erleichterung, Erschöpfung oder auch Wut. Deshalb unterscheide ich zwischen „Trauer“ (die sich nicht auflöst) und „Traurig-Sein“.

Angst kommt auch als verdeckte Wut vor, um die Wut zu deckeln. Hier ist das Vorgehen genauso. Die Wut über diese Angst muss von den Verursachern zurückgenommen werden. Dann löst sich entweder die Angst ganz auf oder die Angst verwandelt sich in Ängstlich-Sein.

Angst durch die Nachfolgedynamik in den Tod auflösen

Eine Nachfolgedynamik beschreibt eine Systemdynamik, in der eine Person bewusst oder unbewusst einer anderen Person in den Tod nachfolgen will. Diese Nachfolgedynamik erzeugt immer Angst, die für die Person nicht erklärbar scheint. Mir sind bislang vier Gründe bzw. Ursachen für Nachfolgedynamiken bekannt, die kurz im Überblick vorgestellt und dann ausführlich erklärt werden:

Früher vor später: Ein Elternteil oder ein älteres Geschwisterkind stirbt und ein jüngeres Kind reagiert darauf

Zugehörigkeit bzw. Ausschluss: Wenn nur eine Person einer Gruppe von Menschen überlebt, so kann sie sich mit den anderen verbunden fühlen und ihnen in den Tod nachfolgen wollen

Verantwortung: Wenn ein älteres Geschwisterkind verantwortlich ist für den Tod eines jüngeren Geschwisterkindes, so können „Schuldgefühle“ und eine Nachfolgedynamik entstehen

Neues System vor altem System: Wenn ein älteres Kind vor den Eltern stirbt, so kann ein Elternteil dem Kind nachfolgen wollen

  Früher vor später: 1. Nachfolgedynamik auf Geschwisterebene:

Ist ein Geschwisterkind K1 früher gestorben als das jüngere Kind K2, so kann es sein, dass das Kind K2 unbewusst aus Liebe für den Früheren K1 sterben will („Dann wärst du noch am Leben“). Hier wirkt das Systemgesetz 4: „Früher hat Vorrang vor später“ in umgekehrter Dynamik.

 Früher vor später:  2. Nachfolgedynamik zur Eltern- oder Großelternebene:

Stirbt das erste Kind z. B. mit zehn Jahren, so kann es darauf hindeuten, dass es eine Nachfolgedynamik zu der Eltern- oder Großelternebene gibt. Ist ein Elternteil früh verstorben, d. h. das Kind war noch jünger als ca. 14 Jahre, so kann dieser Hänsel & Gretel-Effekt eintreten.

Oder ein älteres Geschwisterkind G1 eines Elternteils ist früh verstorben. Hier würde normalerweise, wie im Bild mit dem dünnen Pfeil beschrieben, der Vater darauf mit einer Nachfolgedynamik reagieren. Es gibt aber die Möglichkeit, dass diese Dynamik auf das erste Kind weitergegeben wird. Diesem folgt das Kind nach.

Genauso kann diese Dynamik auch zur Großelternebene gehen. Stirbt der Großvater oder die Großmutter oder ein älteres Geschwisterkind von den Großeltern und ist, wie im Bild mit den dünnen Pfeilen dargestellt, die Tochter der Großeltern davon betroffen, so kann es sein, dass sie diese Dynamik unbewusst weiter an ihr ältestes Kind gibt (was sich oft in Fehlgeburten zeigt). Die Mutter muss also keine Nachfolgedynamik und deren Signale tragen. Es kann auch eine Generation überspringen.

Aus meiner Erfahrung mit der Genea-Methode und dem Auflösen von Nachfolgedynamiken sind Angst, Sucht, Depression, versuchter Selbstmord, Unfall oder Krankheiten mögliche Hinweise auf eine Nachfolgedynamik.

Diese Nachfolgedynamiken können sich beim Kind in Angst, Depressionen, Sucht, versuchten Selbstmord, Krankheit oder Unfall zeigen. Bei Krankheit und Unfall deuten oft Zahlen darauf hin: Ist der Großvater im Krieg geblieben, als die Mutter zehn Jahre war und ihr Sohn stirbt dann mit zehn Jahren, spreche ich von einer Dynamik bzw. einem Signal. Oder die gleiche Krankheit tritt wie beim Vorfahren auf, oder die Angst vor dem Todesalter oder der Krankheit beim Vorfahren, so können dieses Hinweise auf eine Nachfolgedynamik sein.

Ist das zweite, dritte oder die späteren Kinder von der Nachfolgedynamik betroffen, so deutet es darauf hin, dass ein älteres Geschwisterkind gestorben ist oder ausgeschlossen wurde. Es deutet nicht auf die Eltern- oder Großelternebene hin. Der Hänsel & Gretel-Effekt tritt besonders dann ein, wenn die verstorbene Person totgeschwiegen, also ausgeschlossen wird. Dazu gehören Fehlgeburten genauso wie Abtreibungen.

Nachfolgedynamik auflösen

Zuerst werden die Kräfte der Ahnen hergestellt, d. h. dass innerlich alle Vorfahrenthemen geklärt sind und die Ahnen jeweils als Paar kraftvoll mit ++ nebeneinander stehen können. Dann lässt sich diese Dynamik dadurch überprüfen, wenn der verstorbene kraftvolle Frühere dem Kind sagt: „Ich gehöre zu den Toten und du sollst gut leben!“ Kommt dieser Satz beim Kind an? Und kann umgekehrt das Kind sagen: „Du gehörst zu den Toten und ich werde gut leben“? Wenn es diesen Satz nicht richtig sagen kann, so liegt normalerweise diese Dynamik vor.

Sind die Vorfahren alle ausgeglichen kraftvoll und stehen jeweils als Paare nebeneinander, so wollen die Vorfahren, dass es dem Kind gut geht, es frei ist und gut leben soll usw.

Also die Richtung von den Vorfahren zum Kind lässt sich mit den Kräften auflösen. Jetzt muss das Kind dieses noch annehmen. Dabei ist es hilfreich, wenn die Eltern und Großeltern dem Kind sagen, dass es besonders die Liebe oder Ehre ihnen gegenüber zeigen kann, wenn es nicht mehr an der Loyalität festhält, sondern glücklich und erfolgreich lebt. Ist dieses Vorgehen noch nicht ausreichend, so soll eine Respektsperson für das Kind auftauchen, oft ist es der Großvater oder die Großmutter, die dem Kind klar ihre Meinung sagen, notfalls sogar sauer werden, bis es beim Kind ankommt.

Dann kann das Kind sagen: „Du gehörst zu den Toten und ich werde gut leben! Du wirst immer einen Platz in meinem Herzen behalten!“ Falls Trauer vorhanden ist, so zeigt das Kind dem Verstorbenen seine Trauer. Falls Wut über den Tod aufkommt, so soll die Wut vom Verursacher und vom Verstorbenen genommen werden.

Haben Sie auch wie viele andere Menschen mit Angst zu tun und Sie suchen eine Lösung dafür, so wenden Sie sich vertrauensvoll an uns und profitieren Sie von unseren 20 jährigen Erfahrungen, Ängste aufzulösen. 

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Dieter Bischop
Gründer und Leiter des Hanseatischen Instituts für Coaching, Mediation & Führung.

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