Persönlichkeitsentwicklung

Der Wunsch einer Person, seine Persönlichkeit weiterzuentwickeln, hat verschiedene Gründe, die in drei Gruppen eingeteilt werden können.

Überblick über die Persönlichkeitsentwicklung

Zum einen tauchen in der Persönlichkeitsentwicklung Ziele auf wie glücklich oder erfolgreich sein, gesund sein oder werden, Partnerschaft leben, Life-Work-Balance, Eltern und Führungskraft sein können, Urvertrauen haben und loslassen können, seine Berufung finden oder unterstützende Überzeugungen generieren.

Zum anderen gibt es die Weg-von-Motivation als Anlass wie Misserfolg, wenig Selbstvertrauen, zu hoher Erfolgsdruck, Mobbing oder Burnout.

Zur dritten Gruppe gehören psychosomatische Erkrankungen und psychische Beeinträchtigungen wie Depressionen, Psychosen und Neurosen, Ängste, Zwänge, Süchte, Aggressionen, Krankheiten oder ADS/ADHS.

Im Coaching werden die Auswirkungen der beiden Weltkriege auf die Psyche und Gesundheit der heutigen Generation und deren Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt.

Ebenen der Persönlichkeitsentwicklung

Hanseatisches Institut TeamentwicklungsebenenErfolgreiche Persönlichkeitsentwicklung setzt an unterschiedlichen Stellen im „Modell der Ebenen der Veränderung“ an. Als Beschreibungsmodell werden die Ebenen der Veränderung verwendet, welches eine Weiterentwicklung des Modells der „neurologischen Ebenen“ von Bateson und Dilts (Dilts, Die Veränderung von Glaubenssystemen – NLP Glaubensarbeit) ist. Denn es gibt viele verschiedene Ursachen von Mängeln oder Ängsten. An welchen Ebenen angesetzt werden kann, damit ein Mensch oder auch eine Organisation sich entwickeln kann, wird nun beschrieben.

Umgebungs-, Verhalten- und Fähigkeitenebene: Gesunder Arbeitsplatz wie passender Schreibtisch und Stuhl, ausgewogene Ernährung, sportliche Aktivitäten, Life-Work-Balance, Stressmanagement, Freude usw. sowie das Wissen darüber, sind notwendig.

Überzeugungs- und Identitätsebene: Unterstützende Einstellungen sind Voraussetzung dafür, um gesund und erfolgreich sein zu können.

Gibt es beispielsweise die Einstellung, perfekt sein zu müssen, so hat sich in meiner Coachingpraxis in mehreren Fällen gezeigt, dass diese Prägung dazu führt, dass die Führungskraft nicht optimal delegieren kann, lieber alles selber macht, sie unter Stress gerät und ihre Life-Work-Balance aus dem Gleichgewicht gerät. Zuviel Stress schwächt aber das Immunsystem, was auf Dauer zu Krankheiten führen kann. Hier gilt es, diese Einstellung im Coaching zu verändern, so dass die Vorteile beibehalten und die Nachteile aufgelöst werden.

Visions- und Sinnebene: Meine Überzeugung ist es, dass jeder Mensch seine Vision oder wofür er neben der Fortpflanzung noch auf der Welt ist, in sich trägt. Nicht jedem ist seine Vision jedoch bewusst bzw. nicht jeder lässt sie an die Oberfläche kommen. Arbeitet eine Person in einem Beruf, welcher ihrer Vision widerspricht, so kann dieses krank machen oder die Person bringt nicht ihr volles Potenzial in sich zur Geltung. (Seine Vision kennen, sie aber nicht umzusetzen, schafft Leiden = Leidenschaft.)

Wie jemand seine Vision und Berufung finden kann, wird in meinem Buch „Coachen und Führen mit System“ ausführlich beschrieben (S. 234 – 247).

Zugehörigkeits- und Systemgesetzebene: Treten Systemgesetzverletzungen wie Ausschluss, fehlender Respekt und Ungleichgewicht auf und werden diese Verletzungen nicht angesprochen, so wird die Lebensenergie Schritt für Schritt eingefroren. Sie wandelt sich um in Wut und Trauer (vgl. Bischop, D., 2010: „Coachen und Führen mit System“, S. 23 ff).

Persönlichkeitsentwicklung mit System

Hierarchie in den Veränderungsebenen

Auf allen Ebenen der Persönlichkeit kann eine Veränderung oder Entwicklung ansetzen. Doch je tiefer die Ebene liegt, auf der die Entwicklung stattfindet, umso grundlegender ist die Veränderung. Dadurch ergibt sich eine Hierarchie der Entwicklungsschritte. Wird auf der Verhaltensebene eine Veränderung gelernt, heißt das nicht, dass sich dadurch die tieferliegenden Ebenen mit verändern.

Beispiel: Ein Klient beschreibt sein Thema so: „Ich kann nicht singen und ich bin unmusikalisch. Das will ich ändern.“

Die Aussage „Ich kann nicht singen“ liegt auf der Überzeugungsebene, und „Ich bin unmusikalisch“ ist eine Identitätsaussage.

Jede Aussage, die „kann, darf, muss, soll“ oder „kann nicht, darf nicht, muss nicht, soll nicht“ und Wörter wie „immer, nie, alle, notwendig…“ beinhaltet, drückt eine Überzeugung aus. Diese Aussagen lassen sich mit Fragen des Meta-Modells hinterfragen, so dass erstens diese Überzeugungen bewusst werden und zweitens Wahlmöglichkeiten entstehen können (vgl. Bischop, D., 2010: „Coachen und Führen mit System“, 162 ff.) Im Beispiel „Ich kann nicht singen“ lauten die beiden Fragen: Was bräuchten Sie, damit Sie es können? Und was würde geschehen, wenn Sie es täten?

Da hier jedoch noch eine Identitätsüberzeugung vorliegt, werden die beiden Fragen aus dem Meta-Modell nicht ausreichen, dieses Thema zu ändern.

Genauso hat die selbstdurchgeführte „Verhaltenstherapie“ des Klienten, nämlich sich seiner Angst zu stellen und das Tanzen zu lernen (Goldstatus), nicht dazu geführt, dass sich seine Identitätsüberzeugung geändert hat. Die Aussage blieb: „Tanzen kann ich, aber ich bin trotzdem unmusikalisch.“

Er hat zwar seine Überzeugung „Ich kann nicht tanzen“ in „Ich kann tanzen“ verändert und ein neues Verhalten und Fähigkeiten erlernt. Diese beziehen sich jedoch auf einen bestimmten Kontext oder eine bestimmte Situation. Veränderungen auf der Verhaltensebene führen normalerweise nicht dazu, dass sich dadurch Überzeugungen auf der Identitätsebene mit auflösen.

Bei der zweiten „Verhaltenstherapie“ des Klienten hat es selbst auf der Verhaltens-, und Fähigkeitenebene nicht ausgereicht, eine wirkliche Veränderung herbeizuführen. Der Klient nahm Gitarrenunterricht. Doch fragte ihn ein Freund, ob sie etwas zusammen spielen wollten, so kam die Angst in ihm hoch und er konnte nicht mehr musizieren bzw. entzog sich dieser Situation. Hier wirkte die Identitätsüberzeugung: „Ich bin unmusikalisch“.

Mit Hilfe der Empowering-Methode, die weiter unten ausführlich erklärt wird, wurde dann herausgefunden, wo dieses Gefühl und die Identitätsüberzeugung entstanden waren. Dazu ging er in Gedanken und mit seinem Gefühl soweit zeitlich in seinem Leben zurück, bis sich ein entspanntes Gefühl einstellte und er sagen konnte: „In dem Alter von fünf Jahren hatte ich dieses Gefühl, dass ich unmusikalisch bin, noch nicht.“ Von dort näherte er sich dem Prägungserlebnis. Es war in der ersten Klasse, dort durfte er beim Üben und bei einer Aufführung nicht mitsingen. Dieses war für ihn eine Systemgesetzverletzung mit Ausschluss, Trauer und Wut. Diese Prägung hatte dann bei dem Klienten zu dieser Angst und dem Gefühl sowie der Identitätsüberzeugung geführt.

Innerlich konnte er sich vorstellen, was die positive Absicht der Lehrerin war, weshalb er nicht mitsingen durfte. „Sie wollte, dass die Aufführung perfekt wird.“ „Sie wollte für sich Anerkennung von den Zuhörern.“ Dann überlegte er sich, wie die Lehrerin sich hätte anders verhalten müssen, damit bei ihm keine Systemgesetzverletzung entstanden wäre und sie dennoch ihre positiven Absichten erreicht hätte. Dazu fiel ihm ein, dass sie mit ihm mehrere Einzelsingstunden durchführen hätte können und er dann hätte mitsingen dürfen. Als er mit dieser Vorstellung zufrieden war, ging er als Sechsjähriger in diese neue Situation und erlebte sie neu. Auch damit war er zufrieden. Auch konnte die Lehrerin sein entstandenes Leid sehen und ihm seine Wut nehmen. Dadurch löste sich die Angst auf und das alte Gefühl. Die Identitätsüberzeugung veränderte sich. Mit diesem neuen Gefühl und der neuen Identitätsüberzeugung ging er dann innerlich durch seine Lebensgeschichte und brachte überall dort, wo die alte Überzeugung wirkte, das neue Gefühl und die neue Überzeugung hinein. Er aktualisierte seine Lebensgeschichte. Beispielsweise konnte er sich vorstellen, mit seinen Freunden mit Freude gemeinsam Gitarre zu spielen. Der Test in der Gegenwart war dann, dass er ein Stück ohne Angst sang.
Überblick über die beiden Hauptmethoden – Genea- und Empowering-Methode

Beispiel: Eine Führungskraft hatte Schwierigkeiten, zu delegieren, und mit ihrem Zeitmanagement. Ursache dafür war ihr Perfektionismus, da sie lieber alles selbst machte (die Mitarbeiter erfüllten ihre Ansprüche nicht) und sie dadurch zu viel zu tun hatte.
Im Coaching stellte sich heraus, dass sie als Kind mit einer Note sechs nach Hause kam und dort gewaltigen Ärger mit ihren Eltern bekam. Bei ihr entstand die Angst, dass sie die Liebe und Anerkennung, vielleicht sogar die Zugehörigkeit zu ihren Eltern verlieren könnte, wenn sie noch einmal eine schlechte Note mit nach Hause brächte. Damit das nicht passiert, wurde diese Angstenergie in den Anspruch „perfekt sein müssen“ umgewandelt.

Diese Prägung hat der Klient dann mit Hilfe der Empowering-Methode/Neuprägung verändert. D. h. er konnte sich innerlich vorstellen, dass seine Eltern eine gute Absicht hatten und der Ärger dazu dienen sollte, dass er fleißiger wird. Deren Absicht war es nicht, dass er Angst bekommt und daraus seinen Anspruch „perfekt sein müssen“ ableitet. Dann konnte er sich vorstellen, dass seine Eltern im Rahmen ihrer guten Absicht sich anders verhalten (liebevoll konsequent), so dass er keine Angst bekommt und dennoch etwas lernt.

(In diesem Beispiel sind seine Eltern ausgeglichen kraftvoll genug, so dass sie liebevoll konsequent sein können. Ist das nicht der Fall, sind die Eltern also kein Elternpaar oder sind sie zu hart oder zu weich, so wird der Klient hier kein stimmiges neues Verhalten sehen können. Dann ist an dieser Stelle die Genea-Methode anzuwenden. Diese Methode führt dazu, dass die Eltern in der inneren Vorstellung des Klienten ausgeglichen kraftvoll und ein Paar werden können. Danach wird mit der Empowering-Methode fortgefahren.)

Als er dieses neue ausgeglichen kraftvolle Verhalten seiner Eltern sehen konnte und für gut empfand, durchlebte er diese neue Situation zusammen mit ihnen, indem er wieder Kind wurde und seine Eltern anders reagierten. Entscheidend hierbei ist es, dass sich das Gefühl veränderte und sich die Angst auflöste. Dieses neue Gefühl der Stärke und Zugehörigkeit brachte er dann in die Gegenwart.

Dadurch löste sich das „Perfekt sein MÜSSEN“ auf und der Klient hatte nun die freie Wahl, ob er perfekt/gut sein WOLLTE oder auch nicht.

Die Folge daraus war, dass er besser delegieren konnte, seinen Mitarbeitern mehr zutraute und selber mehr Zeit bekam für strategische Fragestellungen.

Erfahrungsgemäß sind Systemgesetzverletzungen die Ursache für diese oben genannten Themen. Deshalb werden in diesem Buch hauptsächlich die Genea-Methode zum Auflösen von Systemgesetzverletzungen bei unseren Ahnen – oft Kriegserlebnisse der Vorfahren – und die Empowering-Methode zum Neuerleben der Vergangenheit beschrieben.

Durch die Genea-Methode wird das Vorgehen zum Auflösen von Systemgesetzverletzungen auf die Vorfahren ausgedehnt. Selbst wenn die Vorfahren wie Großeltern oder Urgroßeltern nicht mehr leben sollten, lassen sich die Auswirkungen der Systemgesetzverletzungen, die die Vorfahren erlebt haben, auflösen.

Das Vorgehen mit den vier Voraussetzungen, welches im nächsten Kapitel ausführlich erklärt ist, wird auf die Zeitlinie der Ahnen übertragen. Dann ist es möglich, dass der Verursacher das Leid sieht und die Wut nimmt, wodurch die Systemgesetzverletzung aufgehoben und die Auswirkungen auf die nachfolgenden Generationen aufgelöst werden können.

Wenn beispielsweise ein Vorfahre Angst erlebt hat, verhungern zu müssen, und diese Angst nicht bearbeitet hat, so kann sie unbewusst von einem Nachfahren übernommen werden. Dazu ist es nicht mal nötig, dass der Nachfahre diese Angst beim Vorfahren erlebt hat, es also keine Prägung oder Lernen gab. Diese Existenzangst kann sich darin ausdrücken, dass der Nachfahre Übergewicht hat (auf Vorrat essen, es könnte ja wieder eine Hungersnot geben), eine Sucht oder wenig Selbstvertrauen hat. Solche Themen lassen sich nicht mit Methoden bearbeiten, die nur die persönliche Lebensgeschichte von der Geburt bis zur Gegenwart betrachten. Denn im Beispiel von oben gibt es kein prägendes Erlebnis in der Lebensgeschichte des Klienten, sondern bei dessen Vorfahren.

Viele Coaching- oder Therapierichtungen arbeiten erfahrungsgemäß lediglich mit der eigenen Lebensgeschichte des Klienten und beziehen die Vorfahren nicht oder nicht ausreichend mit ein. Das führt dazu, dass zwar Themen oder Probleme aufgedeckt werden, die Ursachen dafür jedoch bei den Ahnen liegen und dadurch die Themen nicht aufgelöst werden können. Es bleibt dann dem Klienten nur die Möglichkeit, mit der Erkenntnis der Themen zu leben und zu lernen, damit umzugehen. Im Beispiel von oben z. B. auf seine Ernährung zu achten, Kalorientabellen zu führen, …

Mir ging und geht es immer darum, Wirkung zu erzielen, d. h. die Ursachen zu finden und zu bearbeiten, wodurch die Themen sich auflösen.

Ich habe Methoden und Ansätze wie NLP, Timeline, TA, TZI, EMDR, Wingwave, Buddhismus, Zen, Kinesiologie, Aufstellungen, Yoga, Psychodrama, Gestalttherapie, Systemik (Selbstorganisation und Chaostheorie) und Quantenphysik kennen- und gelernt und daraus für mich die wirkungsvollsten Dinge extrahiert. Damit habe ich durch ständiges Anwenden und Ausprobieren im Coaching bei Klienten und bei mir selbst die Genea- und die Empowering-Methode entwickelt.

Genea-Methode bedeutet: Systemgesetzverletzungen bei den Ahnen auflösen, damit die Kräfte und Lebensenergien wieder voll und ganz fließen können.

Empowering-Methode bedeutet: Befähigung und Stärkung der eigenen Lebensgeschichte und das Leben im Hier und Jetzt mit den Kräften der Ahnen.

Die Genea-Methode löst Themen bei den früheren Generationen auf und die Empowering-Methode befähigt, stärkt und prägt das eigene erlebte Leben neu. Durch die Stärkung der Vorfahren lassen sich viele selbsterzeugte oder selbsterlebte Systemgesetzverletzungen im Privat- wie im Berufsleben auflösen. Ebenfalls werden dadurch neue Fähigkeiten, Verhaltensweisen, Überzeugungen, der Lebenssinn oder die Vision zugänglich gemacht oder werden neu gelernt. Das führt im obigen Beispiel dazu, dass der Nachfahre keine Existenzangst mehr verspürt und das Übergewichtsthema sich auflöst.

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