Konflikte lösen

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Zum Konflikte lösen wird nicht nur das richtige Handwerkszeug gebraucht sondern  auch hilfreiche Überzeugungen. Eine erste ungelöste Systemgesetzverletzung führt zu einer Rückverletzung. Wir sprechen bei der Auflösung der ersten Systemgesetzverletzung vom Verursacher, der die erste Verletzung erzeugt hat und vom Verletzten. Kommt es zur Rückverletzung, so drehen sich die Rollen und der Verletzte wird zum Verursacher und der vorherige Verursacher wird zur verletzten Person. So erkennen beide Personen, dass sie jeweils verantwortlich sind.

Was zum Konflikte lösen nicht hilfreich ist, ist das bekannte Täter- / Opfer-Denken. Wir ersetzen es durch das abwechselnde Verursacher- / Verletzter-Denken.

Konflikte lösen: Kein Täter- / Opfer-Denken sondern Verursacher- / Verletzter-Denken

In komplexen Systemen, beispielsweise bei Konflikten in Teams oder Unternehmen, ist nicht mehr eindeutig zu sagen, welche Ursache der Konflikt hatte und was die Auswirkungen sind, denn eine Wirkung kann aus einer Ursache resultieren, die gleichzeitig, aber für uns unsichtbar, an anderer Stelle auftritt und selbst Wirkung derselben oder einer dritten Ursache ist. Von unserer Vorstellung der Kausalkette kommen wir also zu einem vernetzten komplexen Bild, in dem Ereignisse synchron an verschiedenen Stellen auftreten und zu Ergebnissen und Ereignissen führen. Das ist die sogenannte systemische Wechselwirkung. konflikte-loesenIn einem System von Täter und Opfer zu sprechen, ist hinderlich und nicht hilfreich.

Es gibt Handlungen, Verantwortungen und die resultierenden Konsequenzen. Es gibt aber keine klare kausale lineare Ursache-Wirkungs-Kette. Nur wenn der Blickwinkel auf zwei Personen oder auf einen Zeitausschnitt eingeschränkt wird, sieht es wie eine lineare Kette aus, aus der dann der Ursache – Wirkungszusammenhang und dadurch Täter und Opfer abgeleitet werden kann. Dieses Vorgehen ist jedoch nicht hilfreich, um Konflikte dauerhaft zu lösen.

Fragen dazu sind:

  • Wie groß muss ich den Ausschnitt wählen?
  • Wie weit muss ich in der Kausalkette zurückgehen?
  • Welche Wechselwirkungen oder Rückkopplungen hat es gegeben?

Ein weiterer wichtiger Punkt zum Auflösen von Systemgesetzverletzungen ist es, sorgfältig auf die Sprache zu achten, denn Sprache schafft zumindest auf der Gefühlsebene Realität.

Konflikte lösen: Ursache – Wirkung in unserer Sprache berücksichtigen (gilt nur, wenn keine Systemgesetzverletzung vorliegt)

Oft verbinden wir zwei Handlungen miteinander, als gäbe es einen kausalen, ursächlichen Zusammenhang zwischen den beiden Handlungen. In der Realität besteht in einigen Fällen jedoch lediglich ein zeitlicher Zusammenhang. Hierbei geht es um den Glauben, dass jemand durch sein Handeln beim Anderen Gefühle oder Veränderungen des inneren Zustandes hervorrufen kann. Solange wir dieses glauben, sind wir abhängig vom Verhalten Anderer und geben unsere Eigenverantwortung ab. So entstehen Vorwürfe, die möglicherweise wie folgt geäußert werden:

❖ Er macht mich nervös, weil er so unpünktlich ist.

❖ Das ewige Genörgel meiner Frau macht mich krank.

❖ Sie macht mich sehr glücklich.

In Situationen, in denen diese Ursache-Wirkung-Aussagen zu hören sind, ist es hilfreich, folgende Auflösungsfragen zu stellen:

Wie schafft er es durch seine Unpünktlichkeit, dass Sie nervös werden?

Wie genau erreicht Ihre Frau, dass Sie krank werden? Wollen Sie damit sagen, dass das Nörgeln Sie zwingt, krank zu werden?

Wie macht sie das? Was genau tut sie, dass Sie sich glücklich fühlen?

Tipps: Durch gezieltes Hinterfragen können wir unseren Gesprächspartner zu seiner Eigenverantwortlichkeit zurückführen. Die Voraussetzung ist, dass die Beziehung stimmt oder dass es die Erlaubnis zum Nachfragen gibt.

Präzisionsfragen:

Wie verursacht x …  genau y?

Wie genau schafft er mit seinem Verhalten x, dass Sie mit y reagieren?

Wie macht er das?

Probieren Sie das mal aus, und fragen Sie Ihr Gegenüber als Betroffener, beispielsweise als Ehepartner.

Und werden Sie sich selbst als Betroffener bewusst, wann Sie Ihre Eigenverantwortung wieder einmal abgeben!

Konflikte lösen: Systemgesetzverletzungen auflösen

Liegen Systemgesetzverletzungen vor, so gibt es zeitlich vor dem Denken eine körperliche Reaktion. Auf der Basisgefühlsebene gibt es eine Verletzung. Auch hier liegt eine Ursache-Wirkung zugrunde, die jedoch unabhängig vom Denken ist. Meistens setzt danach das Denken ein, was zu einer Beurteilung und Schlussfolgerung führt.

Hören Sie eine Aussage wie: „Sein zu spät kommen macht mich wütend“, dann haben Sie es mit einer Systemgesetzverletzung zu tun. Hier ist es nicht sinnvoll, die obigen Fragen zu stellen sondern zuerst die Systemgesetzverletzung (Basisgefühle) und danach die Schlussfolgerung aufzulösen.

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