Lösungsorientierung im Coaching und der Mediation

Um Konflikte zu lösen, werden unterschiedliche Lösungsstrategien angewendet. Die Lösungsorientierung kann sich auf die Gegenwart, die Zukunft oder Vergangenheit beziehen.

Lösungsorientierung in der Gegenwart

In der klassischen Mediation wird der Konflikt normalerweise in der Gegenwart betrachtet. Liegen Systemgesetzverletzungen vor, also starke emotionale Verletzungen, so ist dieses Vorgehen oft kontraproduktiv. Entweder deckeln die Beteiligten ihre Gefühle und Themen oder es kommt zu einer Eskalation und Abbruch der Mediation. Deshalb werden dann auch keine Lösungen in der Gegenwart gefunden.
Oder in einer Teamentwicklung wird auf Moderationskarten von jedem aufgeschrieben, wie er sich das Miteinander vorstellt. Dann fallen dort Begriffe wie Offenheit, Vertrauen, aussprechen, was ist, Ehrlichkeit usw. Liegen jedoch Systemgesetzverletzungen vor, so sind diese Begriffe Grundbedürfnisse oder Wünsche, die jedoch nicht gelebt werden können. Nach kurzer Zeit wird dagegen verstoßen und das Team fühlt sich noch schlechter als vor der Teamentwicklung.

Lösungsorientierung in die Zukunft

Ein weiterer Ansatz ist, Lösungen zu finden, in dem lösungsorientiert in die Zukunft gegangen wird.
Angeleitet beispielsweise durch folgende Anweisung: „Gehen Sie in die Zukunft, soweit, bis Sie wissen, dass die Situation kein Problem mehr ist. Es ist gelöst. Gehen Sie immer weiter in die Zukunft, bis sich ihr Gefühl verändert und Sie sich im „7. Himmel“ befinden. Wenn Sie dort sind, dann beschreiben Sie kurz ihr Gefühl und wie es dort ist: (Wo, wer, was usw.) Und wie würde dann eine Lösung aussehen?“
Auch hier gilt: Liegen Systemgesetzverletzungen vor, so finden die Beteiligten diesen Punkt in der Zukunft nicht, an dem es gut wird. Systemgesetzverletzungen bleiben, da hilft auch keine Zeit, die die Wunden heilt. Die Beteiligten sagen dann: „Selbst auf meinem Sterbebett ist es nicht gut.“
Also bleibt nur die Richtung, in die Vergangenheit zu schauen.

Lösungsorientierung in die Vergangenheit

Liegen Systemgesetzverletzungen vor, so lassen sie sich nur auflösen, wenn lösungsorientiert in die Vergangenheit gegangen wird und der Zeitpunkt gefunden wird, wo es noch gut war, es also noch keinen Konflikt gab. Von da aus lassen sich unter bestimmten Voraussetzungen, die weiter unten beschrieben werden, die gesamten gegenseitigen Systemgesetzverletzungen auflösen, so dass es dann möglich ist, da die Basis dafür hergestellt wurde, eine Lösung zu finden.

Gehen Sie oder Ihr Klient innerlich, wenn Sie eine Verletzung oder einen Konflikt bearbeiten wollen, nicht gedanklich in diese Situation. Sie werden sich dann wieder genauso schlecht fühlen wie im damaligen Augenblick. Gehen Sie innerlich immer einen Schritt davor, wo es noch gut war. Nur so können Sie diese Themen von Grund auf abarbeiten.

Fazit: Liegen Systemgesetzverletzungen vor, so führt nur die Lösungsorientierung in die Vergangenheit zum Ziel, was wir in der systemischen Mediation anwenden.

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