Persönlichkeitsentwicklung des CoachMediators

persönlichkeitsentwicklung

Coaching für die Persönlichkeitsentwicklung des CoachMediators

Um als CoachMediator andere Menschen, Teams oder Unternehmen mit einer Mediation unterstützen zu können, muss der CoachMediator das nötige Handwerkszeug zur Verfügung haben. Außerdem gilt es, jederzeit eine Auftragsklärung mit den KDW-Fragen und dem Systemcheck (zumindest innerlich) durchzuführen. Gibt es ein Nein bei den Antworten für die Kann, Darf und Will ich das?-Fragen, so gilt es, diese im Coaching zu klären. Die oben beschriebenen Gründe, wieso es schon beim Kennenlernen nicht gut war, können natürlich auch auf den CoachMediator zutreffen.

Beispiel für Persönlichkeitsentwicklung: Ein Teilnehmer meiner CoachMediator Ausbildung musste von sich aus in der Mediation immer nett und freundlich sein und durfte nicht etwas lauter oder resoluter werden. Dieses Verhalten führte in der Mediation zu einem Prozessstillstand. Es war ein Schatten von ihm, der im Coaching aufgelöst wurde. Danach hatte er das Potenzial, auch etwas resoluter zu sein.

Eine ausführliche Beschreibung über Persönlichkeitsentwicklung, wie Schatten bearbeitet werden oder Systemgesetzverletzungen bei den Vorfahren, die in uns noch wirken, mit Hilfe der Genea-Methode aufgelöst werden, finden Sie in meinem Buch „Persönlichkeitsentwicklung mit System“.

Die Persönlichkeitsentwicklung steht in der Ausbildung des CoachMediators an erster Stelle. Die Handlungskompetenz zu erhalten, andere mediieren und coachen zu können, ist die eine Seite der Medaille, die wichtigere, andere Seite ist die innere Haltung. Bin ich genügend weit persönlich entwickelt, damit es mir gut geht und ich Wirkung erzielen kann?

Der Prozess geht voran und dem CoachMediator geht es gut, wenn er im Prozess ist. Stockt der Prozess, so ist wahrscheinlich der CoachMediator inhaltlich befangen.

Handwerkszeug: Prozesskompetenz  –  im Prozess oder inhaltlich befangen sein

Im Prozess sein heißt: im Hier und Jetzt – im Augenblick zu sein, ohne Gedanken an die Zukunft, Vergangenheit, eigene Probleme, Ziele usw.

Die vertikale Ebene ist die Haltungsebene. Der CoachMediator kann sich frei auf der horizontalen Ebene bewegen. Er kann auch Expertenrat geben, solange er im Prozess ist (im hellen Bereich).

Der Prozessrat (Welches Format nehme ich?) kann ebenfalls zielführend oder blockierend sein. Auch hier hängt es von der inneren Haltung ab. Ist der Coach inhaltlich befangen, so führt selbst ein Prozessrat zum Stillstand des Prozesses.

Inhaltlich befangen sein – sich nicht im Augenblick befinden

Da jeder CoachMediator ein Teil des Systems ist, bleibt es nicht aus, dass er mal inhaltlich befangen wird. Jeder CoachMediator hat dieses Phänomen schon erlebt.

Der Prozess geht nicht voran. Egal, was man sagt, die Haltung der Teilnehmer verändert sich nicht, die Bewegungen sind stereotypisch immer dieselben, also vorhersagbar.

Das kann folgende Gründe haben:

  • Der Teilnehmer erinnert den CoachMediator unbewusst an eine ihm bekannte Person
  • Das inhaltliche Thema ist für den CoachMediator persönlich ein ungelöstes oder schwieriges Thema
  • Der CoachMediator macht sich Gedanken über die zukünftigen Geschäftsbeziehungen zwischen dem Teilnehmer und sich selbst: Wenn es schnell eine Lösung gibt, verliert er einen Kunden?
  • Der CoachMediator meint zu wissen, was für den Klienten gut ist, und versucht, ihn dort hinzubringen
  • Der CoachMediator ergreift Partei (in Mediationen oder Teamcoaching)
  • Der CoachMediator ist unter Zeitdruck
  • Der CoachMediator ist nicht der Überzeugung, dass der Teilnehmer sich verändern kann

und viele andere.

Welche Gründe fallen Ihnen ein? Was haben Sie schon erlebt?

Die CoachMediator Ausbildungs – Spirale für die Persönlichkeitsentwicklung

In der CoachMediator Ausbildung und in der permanenten Fortbildung geht es vornehmlich darum, sich persönlich so weiterzuentwickeln, um im Prozess sein zu können und zu bleiben. Je mehr eigene Themen und innere/äußere Konflikte integriert bzw. aufgelöst sind, desto einfacher ist es, dieses zu erreichen.

Die permanente Auftragsklärung besteht darin, jederzeit zu überprüfen, ob der CoachMediator noch den „Hut“ aufhat, d.h. im Prozess ist. Eigene Schatten, ungelöste persönliche Themen oder die „Gründe dafür, dass die Voraussetzung: Es war mal gut/neutral nicht erfüllt ist“ beschriebene Ursachen können zur inhaltlichen Befangenheit führen. Diese gilt es schnell zu erkennen und die dahinter liegenden Themen abzuarbeiten.

Systemische Mediation: Coaching und Mediation wachsen zusammen

In der systemischen Mediation wird einerseits Coaching gebraucht, wenn die nicht erfüllten Voraussetzungen „Es war mal gut“ und „Beide ausgeglichen stark genug“ hergestellt werden sollen. Andererseits wird Coaching zur Persönlichkeitsentwicklung, zur Auftragsklärung und zur Reflexion des CoachMediators benötigt. Außerdem kann ein Coaching für eine Führungskraft dazu führen, dass danach eine systemische Mediation durchgeführt wird. Deshalb habe ich den Begriff CoachMediator erfunden, um diese Integration von Coaching und systemischer Mediation deutlich zu machen.

Wie die obigen Beispiele gezeigt haben, kann ein Coaching nötig sein, um mit der Mediation fortfahren zu können. In der systemischen Mediation gehört Coaching als integraler Bestandteil dazu. Deshalb nenne ich den systemischen Mediator auch CoachMediator.

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Dieter Bischop
Gründer und Leiter des Hanseatischen Instituts für Coaching, Mediation & Führung.

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