Sicherheitsbeauftragter – Sicherheitsanweisungen müssen positiv formuliert sein und die Gefühle ansprechen!

Anweisungen, Warnungen, Ziele und Wünsche müssen positiv formuliert werden. Was passiert, wenn Anweisungen negativ formuliert werden?

Hierzu Beispielaussagen:

  • „Nutze den Hochdruckreiniger nicht zum Säubern der Schuhe!“
    • Oder: „Pass auf, fall da nicht runter!“
    • Oder ebenfalls verdeckt negativ formuliert: „Ich will aufhören zu rauchen!“
    • In vielen Fällen ist es einfach, negativ formulierte Sätze positiv zu formulieren: statt „Nutze das Gerät nicht, wenn nicht genügend Druck vorhanden ist!“ à „Nutze das Gerät nur, wenn genügend Druck vorhanden ist!“
    • Das Beispiel mit dem „Herunterfallen“ ist sprachlich nicht einfach umzubiegen. „Pass auf, bleibe oben“ klingt schwach. Was kann man tun?
    • Wenn allerdings keine mögliche positive Form gefunden werden kann müssen negativ formulierte Sätze genutzt werden. Dann ist es jedoch unbedingt nötig, in einem Zug auch das „Warum nicht“ zu erklären. Zweitens sollte ein Beispiel gefunden werden, welches möglichst die Gefühle des Anderen anspricht.

Eine Reaktion ist: Warum?       Warum nicht?

Die Erfahrung zeigt: Das Unbewusste versteht den Satz auch ohne das „Nicht“, und zwar als Befehl: Das erste Beispiel wird vom Unbewussten auch folgendermaßen verarbeitet: Nutze den Hochdruckreiniger zum Säubern der Schuhe! – was zuweilen ins Bewusstsein dringt. Oder das Beispiel mit dem Rauchen: Das Unbewusste / Bewusste denkt dann oft ans Rauchen.

Diese Punkte sind in vielen Fällen Ursache für weitere Unfälle und Ursache dafür, dass negativ formulierte Ziele nicht erreicht werden.

Wie ist vorzugehen?

Ein Beispiel: Als mein Sohn mit drei Jahren anfing, in den Bäumen herumzuklettern, erklärte ich ihm: „Du musst jederzeit entweder mit zwei Händen, einem Fuß oder einer Hand und zwei Füßen sicher mit dem Baum verbunden sein, also jederzeit mit drei Punkten deines Körpers den Baum berühren.“ Damit umging ich den Negativsatz.

Beispiel von oben: Nutze den Hochdruckreiniger nicht zum Säubern der Schuhe!

Dieser Satz lässt sich nicht positiv umformulieren, so dass realistische Beispiele gefunden werden müssen. Man nimmt beispielsweise ein Brett oder eine Wassermelone und zerschneidet dieses vor den Augen der Teilnehmer mit dem Wasserstrahl des Hochdruckreinigers. Diese Sprache der Gefühle (Uhhh!!!!) versteht jeder, denn er sieht die negativen Auswirkungen. Was nicht hilft, ist, über den hohen Druck zu sprechen oder technische Dinge anzuführen, die man nicht spüren kann!

Entsprechend sollte eine schriftliche Erklärung sein.

Sicherheitsbeauftragter – Handwerkszeug: Lösungsorientierte Fragen

„Warum?“ ist in der Führung und anderen Situationen die am wenigsten nützliche Frage. Als Antwort auf Warum-Fragen erhalten Sie in der Regel Rechtfertigungen und wenig nützliche oder neue Informationen.

„Warum?“ wird häufig als Anklage aufgefasst, und dementsprechend gehen die Menschen in die Defensive.

Beispiel: „Ich glaube, dass das Verhältnis von Kosten und Nutzen nicht stimmt.“
Sie sollten nicht fragen: „Warum nicht?“, sondern vielmehr:
Wie stellen Sie das Kosten-Nutzen-Verhältnis bei anderen Produkten fest?“, „ Was ist für Sie der Maßstab für das Verhältnis von Kosten und Nutzen?“

Wenn ein Unfall passiert ist, ist es natürlich sinnvoll, nach dem Warum zu fragen. Zusätzlich sollte jedoch auch nach möglichen Lösungen gefragt werden.

Lösungsorientierte Fragen sind:
· Was kann helfen, …?
· Wie könnte eine Lösung aussehen?
· Wie lässt sich Entsprechendes verbessern?
· Welche Bedingungen müssen erfüllt werden, damit … ?
· …


Welche Fragen fallen Ihnen ein?

Bekommen Sie eine eher allgemeine Antwort auf die lösungsorientierte Frage, so ist es hilfreich, eine konkrete Umsetzungsfrage zu stellen:

Was müssten Sie tun, damit Sie … erreichen können?

Beispiel: „Ich bin mit meinem Auto nicht ganz zufrieden.“

Die problemorientierte Frage wäre: „Warum nicht?“ – die lösungsorientierte Frage lautet: „Was müsste anders sein, damit Sie mit Ihrem Auto zufriedener werden?“

„Es müsste ein Sonnendach haben.“

Umsetzungsfrage: „Was müssten Sie tun, damit Ihr Auto ein Sonnendach erhält?“


Lösungsorientierte Fragen anstelle von problemorientierten Fragen zu stellen, bedeutet für die meisten Menschen ein Umdenken.

Es ist, als lerne man eine neue Sprache. Am Anfang ist es ein stetiges Sich-daran-erinnern und Ausprobieren. Nach einer gewissen Zeit wird es immer leichter und geht ins Unbewusste über.

Erinnern Sie sich, wie Sie Autofahren oder ähnliches gelernt haben …

Ein weiterer wichtiger Vorteil der lösungsorientierten Fragen, gerade für Führungskräfte, ist, dass dadurch die Verantwortung beim Mitarbeiter bleibt.

Beispiel 1: Problem- und Chef-orientiert: Ein Mitarbeiter hat ein Problem und geht zum Chef.

Der Chef fragt: „Was ist das Problem?“, „Wie kann ich Ihnen helfen?“.

So bekommt der Chef Aufgaben, die nicht unbedingt seine sind. Gleichzeitig nimmt er die Verantwortung für die Lösung des Problems vom Mitarbeiter weg. Als Folge fühlt sich der Mitarbeiter normalerweise nicht gut (Ich konnte das Problem nicht lösen).

Beispiel 2: Lösungs- und Mitarbeiter-orientiert: Ein Mitarbeiter hat ein Problem und geht zum Chef.

Der Chef fragt den Mitarbeiter: „Wie könnte eine Lösung aussehen?“

Und nach der Antwort die Umsetzungsfrage: „Was müssten Sie tun, damit Sie … erreichen können?“.

So behält der Mitarbeiter die Verantwortung für die Lösung des Problems und auch die Aufgaben.

Ein weiterer wichtiger Aspekt, der hier verborgen liegt, ist, dass viele Menschen oft nicht klar ja oder nein sagen. Um klar und eindeutig antworten zu können, braucht man Mut, innere Stärke und Selbstbewusstsein.

Sicherheitsbeauftragter im Organigramm

Oft werden Sicherheitsbeauftragte aus der Mitarbeiterschaft benannt. Hält ein Mitarbeiter die Sicherheitsvorschriften nicht ein, so soll der Sicherheitsbeauftragte, der gleichzeitig Kollege ist, ihn darauf hinweisen. Missachtet der Mitarbeiter diesen Hinweis, so bleibt dem Sicherheitsbeauftragten nur, zum Vorgesetzten zu gehen, damit er mit seiner disziplinarischen Kompetenz eingreift.

Diese Struktur führt zu Systemgesetzverletzungen, die immer wieder in der Mediation auftaucht. Der Sicherheitsbeauftragte hat nicht die Kompetenz, sondern braucht den Vorgesetzten. Geht er zum Vorgesetzten, so fühlt sich der Mitarbeiter ausgeschlossen (petzen)

Ist der Sicherheitsbeauftragte auch noch der Dienstjüngere, so kommt die Systemgesetzverletzung „früher vor später“ hinzu. „Wieso sagt mir der Neue so etwas? Hat doch immer funktioniert.“

Fazit:

–       Optimal ist es, wenn der Vorgesetze gleichzeitig Sicherheitsbeauftragter ist (damit kein „petzen“ entsteht).

–       Wird ein Mitarbeiter Sicherheitsbeauftragter, so soll es möglichst der Dienstälteste sein, damit es keine Verletzung von „früher vor später“ gibt.

–       Kommt es zu einer Missachtung eines Hinweises, so sollen alle drei (Vorgesetzter, Sicherheitsbeauftragter und Mitarbeiter) den Fall vor Ort besprechen. Das „Petzen“ bleibt, jedoch kommt es zum Sachverhalt dadurch nicht zum Ausschluss.

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