Um eine Systemgesetzverletzung auflösen zu können, werden fünf Voraussetzungen zwingend benötigt.

Die fünf Voraussetzungen zum Auflösen von Systemgesetzverletzungen – der Power Code

  • Der/die Auslöser, Verursacher oder Verantwortlichen müssen bekannt sein.
  • Es muss eine Zeit geben, zu der alle (Verursacher und Verletzter) sagen können, es war mal gut (also Respekt war vorhanden = wertschätzende Haltung ist möglich). Es muss die erste Ursache bekannt sein.
  • Der Verletzte und der Verursacher müssen genügend ausgeglichen kraftvoll ++ sein.
  • Sprachlich richtiges Vorgehen (keine Vorwürfe oder Rechtfertigung)
  • Das Neue, die neue „Brille“ muss sich entwickeln

System Empowering

Hier wird auf das sprachlich richtige Vorgehen eingegangen. Erfahrungsgemäß lernen wir uns zu entschuligen oder unser Verhalten zu erklären. Beides führt nicht zu einer Lösung, sondern oft zu einer Verstärkung des Konflikts.

Sprachlich richtiges Vorgehen (Verletzter: 3 W‘s und Verursacher: W und 2 A‘s)

Verletzter (3 W‘s):

Wertschätzende Haltung: Beide begeben sich gedanklich zurück zu dem Zeitpunkt, als es noch für beide gut war, und erzählen darüber. Das ist die Voraussetzung für die wertschätzende Haltung.

Wahrnehmung: Der Verletzte beschreibt die Situation bzw. das Verhalten des Verursachers möglichst objektiv – ohne Vorwurf oder Interpretation (s. Interpretationsschleife).

Wirkung: Der Verletzte beschreibt und zeigt sein Basisgefühl I, d. h. sein Leid: „Mein Bauch tat weh, ich hatte Herzrasen, …“ – ohne Interpretation.

Oft wird hier anstelle des Basisgefühls I das Denkgefühl wie „Ich fühle mich übergangen oder nicht respektiert“ ausgesprochen. Das führt beim Verursacher normalerweise zu einer Verletzung und der Prozess stoppt.

Beispielaussagen für Basisgefühle I bei einer erfolgten Systemgesetzverletzung

Unruhe, Kribbeln, Herzklopfen, Stechen, Klos im Hals, Schmerzen im Magen/Bauch/Kopf, Verkrampfung, Zittern, Weiche Knie, Schreck, Druck/Enge, Schwitzen, Schwindel, Trockener Mund, Tränen in den Augen, Weinen/traurig, Flattrige Stimme, Erstarren, Keine Luft bekommen, Nichts mehr spüren, Kälte, Unstimmigkeit, Kalter Schauer, Angst …

Welche Basisgefühle kennen Sie?

Beispielaussagen für Denkgefühle bei einer erfolgten Systemgesetzverletzung

Übergangen, Resigniert, Nicht respektiert, Ausgeschlossen, Wertlos, Ungerecht, Betrogen, Angelogen, Nicht gesehen, Allein gelassen, Unwichtig, An letzter Stelle …

Welche Aussagen über Denkgefühle kennen Sie?

Systemische Mediation

Wichtig ist, dass zwingend das Basisgefühl I ausgesprochen und gezeigt wird und nicht die Denkgefühle genannt werden, denn sie sind durch eine Interpretation entstanden und werden zu einer Verletzung führen.

Verursacher (W und 2 A‘s):

Wertschätzende Haltung: Der Verursacher geht gedanklich zurück zu dem Zeitpunkt, als es noch für beide gut war (Wie war es beim Kennenlernen?). Das ist die Voraussetzung für die wertschätzende Haltung.

Anerkennung: Der Verursacher erkennt das Basisgefühl I, das Leid an, indem er selber mitfühlt und Folgendes aus der richtigen Haltung heraus sagt: „Es tut mir leid, dass bei dir/Ihnen diese verletzten Gefühle entstanden sind, es war nicht meine Absicht.“ Dadurch löst sich die Verletzung, das Leid auf.

Der Verursacher spricht nicht über sein Verhalten oder seine für ihn positive Absicht hinter dem Verhalten, da es meistens als Rechtfertigung ankommt.

Ausgleich: Der Verursacher nimmt, wenn noch nötig, den Anteil der Wut/Ärger zurück, für den er verantwortlich ist, und sorgt evtl. noch für einen weiteren Ausgleich.

systemgesetzverletzungen

 

Das sprachlich richtige Vorgehen ist in den ersten drei Schritten gleich zum Feedback geben und zur Methode der Gewaltfreien Kommunikation GFK.

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