Es gibt bewusste und unbewusste Überzeugungen. Drei Überzeugungen als Beispiel:

1. Überzeugungen oder Einstellungen (Glaubenssätze) sind Verallgemeinerungen und wirken als sich selbst erfüllende Prophezeiungen.

2. Das Verändern von Einstellungen ist ein wirksamer Weg, Verhalten grundlegend zu verändern.

3. Folgende Frage ist hilfreich: Ist der Glaubenssatz nützlich und dient er mir und meinen Zielen?

Überzeugungen und Glaubenssätze entstehen durch Lernerfahrungen oder Prägungen

Überzeugungen, Glaubenssätze, Verallgemeinerungen, Einstellungen, Schlussfolgerungen, Vorannahmen und Meinungen beschreiben ein subjektives Denken einer Person oder Gesellschaft. Z.B. gehören dazu Wert- oder Moralvorstellungen wie „Es ist gut, Konflikte zu lösen.“ oder „Sport ist gut für die Gesundheit.“

Es gibt auch Überzeugungen, die nicht auf dem ersten Blick erkennbar sind. Das sind Ursache-Wirkungs-Beziehungen und Vorannahmen. Jetzt zuerst die Beschreibung der Ursache- Wirkungs- Beziehung:

1. Ursache-Wirkungs-Beziehungen suggerieren, dass das Auftreten von A das Auftreten von B bewirkt: „Häufiges Lesen verursacht Glücks-Gefühle“. Oder „Dieser Text macht Sie klug.“
Kausale Überzeugungen suggerieren einen Zwang: es muss so sein. Kausale Interpretationen sind für innere Zustände und soziale Beziehungen fast immer inadäquat. Für unerwünschte innere Zustände bedeuten sie eine Einschränkung der Wahl-Freiheit: „Du machst mich unruhig“. Überzeugungen dieser Art torpedieren den Gedanken der Selbststeuerung: innere Zustände erscheinen als von außen determiniert.
Im sozialen Bereich können solche Überzeugungen Macht-Illusionen erzeugen und Opfer-Täter-Rollen festschreiben.

Ein weiteres Beispiel: „Wenn Sie das verstehen“ (eine Beschreibung A), „dann bedeutet das, dass Sie O.K. sind“ (eine Schlussfolgerung B). Die Suggestion hier ist: wenn die Beschreibung A wahr ist, dann ist auch der daraus gezogene Schluss B wahr.
Hilfreich ist es, bei Ursache-Wirkungs-Beziehungen die Frage zu stellen, ob A zwingend B zur Folge hat oder ob es Ausnahmen gibt. Angewendet auf das obige Beispiel: Führt häufiges Lesen zwingend und bei jedem zu Glücks-Gefühlen. Ich denke nicht, denn es hängt sicher davon ab, was gelesen wird, wer es liest, wann und wo gelesen wird.

2. Vorannahmen
In einer Mediation kommen zwei Standpunkte auf den Tisch. Person A sagt: „Schwer Krebskranke sollten sich auf ihr baldiges Ende vorbereiten.“ Person B meint: „Sie sollten jeden Tag, der ihnen noch bleibt, in vollen Zügen genießen.“
Welche gemeinsame Vorannahme haben beide? Was glauben beide (ohne es bewusst zu wissen)? Was steht „zwischen den Zeilen“ beider Konfliktpositionen?

Die Vorannahme ist: „Die Krankheit Krebs führt unweigerlich zum baldigen Ende“.

Diese Vorannahme ist eine Ursache- Wirkungs- Beziehung, die in vielen Fällen nicht zutrifft, da es viele Menschen gibt, die wieder gesund geworden sind.

Oder die Aussage eines Klienten im Coaching: „Ich wurde am Darmkrebs operiert. Laut Arzt wurden alle Krebszellen beseitigt. Als reine Vorsichtsmaßnahme bekam ich danach eine Chemotherapie.“ Welche Vorannahme steckt hinter der prophylaktischen Chemotherapie?

Z.B. dass das Immunsystem nicht stark genug ist.

Übung:
Welche Überzeugungen und Glaubenssätze, Vorannahmen und Ursache-Wirkungs-Beziehungen haben Sie? Schreiben Sie Ihre Überzeugungen auf und hinterfragen Sie sie?

Ist die Überzeugung nützlich?
Ist es zwingend so?
Wann und wo und von wem haben Sie diese Überzeugung gelernt bzw. übernommen?
Kann / darf die Überzeugung sich verändern?
Wenn ja, wie könnte ein unterstützender Glaubenssatz sein?

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